Buchtipp: Dan Brown: Illuminati
19. Apr 2009 von drwatson32
Thriller

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Mitten in der Nacht wird Professor Robert Langdon, seines Zeichens Spezialist für Symbolologie, durch einen Anruf zum Flughafen gerufen, wo ihn ein futuristisches Verkehrsmittel erwartet. Mit dreifacher Schallgeschwindigkeit wird er nach Genf gebracht, wo im Kernforschungszentrum CERN ein Physiker ermordet wurde. Auf seiner Brust findet sich ein merkwürdiges Brandzeichen, das Langdon unschwer als Symbol der Illuminati deuten kann – jenes Geheimbundes, der sich seit dem Mittelalter als Gegenspieler der mächtigsten menschlichen Vereinigung positioniert hat: der katholischen Kirche. Und aus einem geheimen Labor des Physikers wurde Antimaterie entwendet…
In Rom bereitet sich die Kirche auf das Konklave zur Wahl des neuen Papstes vor. Die Sicherheitsvorkehrungen sind beeindruckend – und doch entdeckt man auf einer Überwachungskamera einen geheimnisvollen Behälter, der einen Countdown anzeigt. In 24 Stunden wird etwas passieren … ist es die Antimaterie, die inmitten des Vatikans eine Katastrophe auslösen wird? Für Robert Langdon und Vittoria Vetra, Tochter des Ermordeten und selbst Physikerin, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen einen unbekannten Gegner, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Ihre einzige Chance besteht darin, einen geheimnisvollen Code zu entschlüsseln, welchen die Gründer des Illuminaten-Ordens in einem alten Manuskript sowie in zahlreichen Baudenkmälern hinterlegt haben.
Der Roman des amerikanischen Erfolgsautors hat bei seiner Erscheinung einiges an Echos hervorgerufen. Er spielt geschickt mit der Vermischung von Tatsachen und Fiktion. So stimmt es z.B., dass das Internet am Schweizer Kernforschungszentrum CERN erfunden wurde (in Zusammenarbeit mit den amerikanischen Instituten). Auch Antimaterie wird dort “produziert”, allerdings in derart mikroskopischen Mengen, dass man sozusagen jedes Atom einzeln zählen kann. Eine Boeing X-33 (das oben genannte Fluggerät) wird man allerdings am CERN vergeblich suchen – was sollten die Wissenschaftler auch damit? Und der vielbeschworene Grundkonflikt zwischen Wissenschaft und Glauben, der den Kern des Romans ausmacht, existiert in dieser Form sicherlich nicht. Immerhin hat CERN sich seinerzeit zu einer Klarstellung im Internet genötigt gesehen, so zahlreich waren die Rückfragen. Genauso sind die zahlreichen Referenzen zu kunst- und kirchenhistorischen Begebenheiten und Denkmälern zu sehen. Aber genau das macht eben die Spannung des Romans aus. Zeitweise muss dieser zusammen mit dem Band “Sakrileg” eine zentrale Rolle als Europa-Reiseführer für amerikanische Touristen gespielt haben…
Auf jeden Fall äußerst spannend und temporeich, mit vielen falschen Fährten, auf die der Leser geführt wird, und unerwarteten Winkelzügen. Wer “Sakrileg” mochte – der hat dieses Buch vermutlich sowieso schon gelesen. Ich warte ungeduldig auf den 13. Mai, den Tag, an dem die Verfilmung in die Kinos kommt…

