David Eddings: Kind der Prophezeiung
12. Mrz 2008 von drwatson32
Auftakt der “Belgariad”-Saga

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Der Junge Garion ist Waise und wird von seiner Tante Pol auf einem Bauernhof aufgezogen. Manchmal taucht der alte Geschichtenerzähler, Meister Wolf, auf und erzählt aus alten Zeiten:
Einst stahl der finstere Gott Torak von Aldur, seinem Bruder, einen magischen Stein, der von allen “das Auge Aldurs” genannt wurde. Belgarath, der große Zauberer, holte den Stein zurück und übergab ihn den Königen der Insel Riva, auf dass sie die westlichen Lande gegen das Wiedererwachen Toraks beschützen sollten. Doch der letzte König von Riva wurde vor tausenden von Jahren ermordet, und, wie eine Prophezeiung sagt, erst wenn wieder ein König auf dem Thron Rivas sitzt, wird der finstere Gott zurückkehren. Und Belgarath und seine Tochter Polgara sollen noch immer durch die Welt ziehen, auf der Suche nach dem Thronerben.
Fasziniert lauscht Garion diesen alten Geschichten. Doch bald ziehen Gefahren auf: Angehörige des Volkes von Torak, die Murgos, erscheinen auf dem Hof. Da überbringt Meister Wolf Pol eine geheime Nachricht, und Wolf, Pol und Garion ziehen mitten in der Nacht auf eine Reise. Durnik, der Schmied, schließt sich ihnen an. Bald begegnen sie noch anderen Weggefährten: Silk, der windige Kaufmann, und Barak, der cherekische Kämpfer. Nur gut, dass sie nicht allein sind, denn die Grolims, die Priester Toraks, scheinen hinter ihnen her zu sein …
Doch auch Meister Wolf und selbst Pol, seine Tante – fast seine Mutter – scheinen mehr zu sein als nur der einfache Geschichtenerzähler und die Köchin. Garion fühlte sich noch nie so allein – und er beginnt sich zusammenzureimen, was geschehen ist: Etwas sehr wichtiges wurde gestohlen. Keiner wagt es, auch nur den Namen des Diebes auszusprechen. Auf der Suche nach dem Dieb – und dem Gegenstand – kommen Meister Wolf und die Weggefährten bis an den Hof des Königs von Cherek. Und dort wird Garion eine wichtige Rolle spielen…
“Kind der Prophezeiung” ist der erste Band der fünfteiligen Fantasy-Saga “Belgariad” des amerikanischen Erfolgsautors David Eddings. Es handelt sich hier um klassische Fantasy im besten Sinne. Und doch ist es mehr als nur die x-te Kopie des “Herrn der Ringe”. Die Story ist auf jeden Fall neu, und auch die Figuren sind originell und so noch nirgendwo aufgetreten. Interessant ist auch das recht umfassende “Welt-Konzept”: die Welt entstand zu einem ganz bestimmten Zweck, nämlich als Austragungsort des Konfliktes zweier universeller Grundprinzipien. Diese Idee findet man auch in den anderen Romanen Eddings’ wieder (z.B. der “Elenium”-Trilogie).
Die Belgariad-Saga gehört zu den Büchern, welche ich immer wieder gerne in die Hand nehme. Die Figuren sind sehr getailliert und liebevoll und vor allem sehr menschlich gezeichnet, die Dialoge oft humorvoll und die Story sehr ideenreich umgesetzt. Was vielleicht fehlt, ist der sich grandios aufbauende “Plan”, der sich dem Leser erst am Ende offenbart – anders also als z.B. in den komplexen Welten eines Tad Williams läuft die Story eher linear ab. Trotzdem ist unverkennbar, dass dem Ganzen ein durchgängiges Konzept und eine umfangreiche Hintergrundgeschichte zugrunde liegt. Ein tolles Buch “für alltags”.
Wer die Saga mag, der findet in der “Malloreon”-Saga eine darauf aufbauende Fortsetzung.


[...] Kind der Prophezeihung [...]