David & Leigh Eddings: Althalus
27. Jan 2009 von drwatson32
Fantasy von den Autoren der “Belgariad”

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Althalus ist – so meint er zumindest selbst – der beste Dieb der Welt. Nur in letzter Zeit scheint er es sich mit seiner Glücksfee verscherzt zu haben. Selbst das Andenken an seinen letzten Raubzug musste er zurücklassen: den Umhang mit den Wolfsohren. Da kommt ihm der Auftrag gerade recht, den ihm ein verdächtiger Fremder macht: er soll nach Norden, bis ans Ende der Welt, reisen und dort aus einem verlassenen Haus ein Buch stehlen. Kein Problem für den Meisterdieb – doch als er das Buch gefunden hat, hat das Turmzimmer keine Türen mehr, und er findet sich in Gegenwart einer höchst ungewöhnlichen Katze wieder. Nicht nur, dass “Emerald”, wie er sie nennt, (oder kurz Emmy), sprechen kann, sie lehrt Althalus nach und nach Lesen und die Magie – denn in dem Buch sind die wahren Namen aller Dinge verzeichnet. Als Althalus dies endlich beherrscht, sind viele, viele Jahre vergangen. Doch nun soll er endlich den Grund seines Aufenthalts erfahren: es geht nämlich um nichts weniger als einen Zwist der Götter… Althalus macht sich auf den Weg, um Gefährten zu suchen, die ihm bei seinem gefährlichsten Auftrag beistehen sollen.
Aus aller Herren Länder sammelt er eine bunt gemischte Schar um sich: Eliar, den jungen arumischen Barbarenkrieger, Andine, die angehende Herrscherin von Osthos, Bheid, den zweifelnden Priester, Leitha, die als Hexe verfolgte Gedankenleserin, Gher, den ungebildeten Bauernjungen, der aber schneller denken kann als es selbst die Götter für möglich halten würden… und es sollen im Laufe des Buches noch mehr werden. Diese alle müssen sich ihren Gegenspielern stellen, die der dunkle Gott Daewa in den Kampf wirft, um endlich das Universum dem – so meint er – endgültigen Zweck zuzuführen: der Vernichtung. Und bei diesem Kampf werden selbst Vergangenheit und Zukunft nicht das bleiben, was sie einmal waren … ähh sein werden… oder wie auch immer …
Das Ehepaar Eddings sollte dem Fantasy-Kenner ein Begriff sein: die Belgariad-Saga und der Nachfolge-Zyklus, das Malloreon, sind feste Größen in jedem gut sortierten einschlägigen Bücherregal. Das vorliegende Buch ist im Gegensatz zu den genannten Fünfteilern ein einbändiges Werk und vielleicht gerade deshalb gut für Einsteiger geeignet. Eddings-typisch ist die Schreibweise zwar spannend, aber unbeschwert zu lesen und oft recht humorvoll. Hier finden wir als Grundlage der Zauberei einen Mechanismus, der aus anderen Fantasy-Romanen bekannt ist: man muss den wahren Namen eines Dings kennen, um es zu beherrschen. Nicht ganz einfach, aber zu machen, wenn man das Buch dessen in der Hand hält, der die Welt geschaffen hat…! In den anderen Fantasy-Reihen der Eddings’ finden sich andere, ebenso interessante Konzepte: Zauberei als Konzentration der Willenskraft oder auch Zauberei als Bitte an die Götter, etwas zu bewirken.
Ein anderes Konzept betrifft die Götterwelt: war sowohl die Welt des Zauberers Belgarath als auch die Welt von Sperber, dem Ritter von Elenium, letztendlich zwischen den Polen von Gut und Böse – oder den Farben Blau und Rot – aufgehängt, so dreht sich hier alles zwischen den drei Kräften des Erschaffens, des Bewahrens und des Vernichtens – eine Weltsicht, die ein wenig an den Hinduismus erinnert. Die in diesem Roman auftretenden Götter sind aber doch sehr menschliche Wesen… was die Sache aber umso amüsanter macht.
Ein nettes Buch, auch für Leser, die der klassischen Fantasy sonst nicht so zugeneigt sind. Übrigens tritt hier endlich Leigh Eddings gleichberechtigt als Co-Autorin auf, die schon an der Entstehung der anderen Fanatsy-Welten ihres Mannes großen Anteil hatte.

