Douglas Preston / Lincoln Child: Relic – Museum der Angst
30. Jul 2007 von drwatson32
Monster-Thriller für Nervenstarke

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Die Expedition ins Amazonasbecken scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Zwar hat man etliche bis dahin unbekannte Pflanzenarten entdeckt, und den mysteriöse Stamm der Kothoga könnte man vielleicht auch ausfindig machen, doch die Expeditionsteilnehmer haben sich zerstritten, und nur Whittlesey und einer der Helfer sind entschlossen, allein weiterzuziehen. Ein merkwürdiges Relikt haben sie aus einer alten, verlassenen Hütte mitgenommen. Whittlesey beschließt, seine gesammelten Objekte zurück ans New Yorker Museum of Natural History zu schicken. Er selbst wird nie wieder dort gesehen….
Einige Jahre später geschehen in eben diesem Museum unheimliche Dinge. Zwei Kinder verlaufen sich in den hinteren Gängen – und am nächsten Tag finden sich nur noch zwei grässlich verstümmelte Leichen. Und es bleibt nicht dabei… ausgerechnet kurz vor der Eröffnung der großen Ausstellung zum Thema Aberglauben geschehen noch mehr Morde. Den Opfern wurde unter anderem ein Teil des Gehirn, der Hypothalamus, – sagen wir mal: entfernt. Treibt ein Wahnsinniger sein Unwesen? Oder handelt es bei den angeblichen Berichten über das “Museumsmonster”, welches in der letzten Zeit aufgetaucht sein soll, nur um Hirngespinste? Margo Green, Doktorandin der Evolutionsbiologie, und ihr Doktorvater, Professor Frock, versuchen herauszufinden, was im Museum geschieht. Unterstützung erhalten sie vom FBI-Agenten Pendergast, auch wenn das der Museumsleitung gar nicht recht ist – man muss schließlich an die Publicity denken…
Das erste gemeinsame Buch von Douglas Preston und Lincoln Child ist ein geradezu irrsinnig spannender Thriller, der viel mit menschlichen Urängsten spielt. Wer kennt nicht das unheimliche Gefühl, allein in einem großen menschenleeren Gebäude herumzulaufen und auf die Geräusche aus dem Keller zu hören? Wegen der blutigen Details (die klassischen Autopsie-Szenen zum Beispiel) sollte man sich beim Lesen auf einiges gefasst machen. Auch wenn alles eine wissenschaftliche Auflösung hat: beim nächsten Museumsbesuch werden Sie nicht mehr hinter die Kulissen schauen! Noch gruseliger wird es, wenn man bedenkt, dass es eine Fortsetzung gibt… (unter dem Titel: “Attic – Gefahr aus der Tiefe”).
Agent Pendergast ist auch eine zentrale Figur weiterer Bücher des Autoren-Duos. Dieses Buch hier ist aber das erste, welche Preston und Child gemeinsam veröffentlicht haben. Ob sich das auf die Qualität auswirkt, möchte ich nicht beurteilen – auszusetzen gibt es an diesem Band jedenfalls nichts. Die Story ist auch verfilmt worden (“Das Relikt” mit Penelope Ann Miller), allerdings – medienüblich, muss man leider sagen – hat man sich mit der Story einige Freiheiten genommen. Spannend ist es trotzdem….


