Iain Banks: Der Algebraist
24. Jun 2007 von drwatson32
Die Dweller sind die älteste und am weitesten verbreitete Rasse der Galaxis. Jeder kann problemlos zwei Milliarden Jahre alt werden, und da sie die Gasriesenplaneten bewohnen, gibt es niemanden, der ihnen den Lebensraum streitig machen würde.
Fassin Taak, ein menschlicher “Seher”, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Dweller zu studieren. Kein leichtes Unterfangen, denn so etwas wie eine zentrale Organisationsform kennen sie nicht. Obwohl technisch hoch entwickelt, sind sie chaotisch, ungeordnet und nahezu anarchistisch. Seine Studien werden jedoch plötzlich durch einen höchst geheimen militärischen Sonderauftrag unterbrochen, denn angeblich verfügen die Dweller über eine umfassende Liste von Wurmloch-Verbindungen zwischen allen Sonnensystemen der Galaxis – was alle Grundlagen des interstellaren Verkehrs umkrempeln würde, von den politischen Folgen ganz zu schweigen.
Fassin begibt sich auf die Suche nach der “Dweller-Liste”, während zwei interstellare Armeen auf sein Heimatsystem vorrücken. Die Dweller selbst stehen höchst unterschiedlich zu ihm: mache wollen ihm helfen, andere feinden ihn offen oder verdeckt an. Bei einer Spezies, die einen regionalen Krieg als gute Unterhaltung betrachtet, kann das recht beunruhigend sein. Parallel dazu spiegelt sich der beginnende interstellare Konflikt in der Auseinandersetzung zwischen Taince und Saluus, Fassins Jugendfreunden. Saluus ist als Großindustrieller in der Verteidigung des Sonnensystems eingebunden, hat aber ganz eigene Pläne. Dagegen hat Taince beim Militär Karriere gemacht….
Space Opera von feinsten, obwohl Iain Banks hier nicht ganz so seinen atemberaubenden Schreibstil entfesselt, wie es z.B. bei seinen Romanen aus dem Kultur-Zyklus der Fall ist. Aber vielleicht ist dieser Roman aus diesem Grund auch etwas leichter zugänglich als z.B. “Exzession”. Alle Zutaten sind da: die unterschiedlichen exotischen Spezies, der interstellare Konflikt, der eigentlich außenstehende Einzelgänger zwischen den Fronten (doch ist Fassin Taak in diesem Konflikt wirklich ein Außenstehender?), Hochtechnologie jeglicher Ausprägung, … wer so etwas liebt, wird seine Freude an Iain Banks neuestem Buch haben. Persönlich gefällt mir allerdings “Das Spiel Azad” vom gleichen Autor noch besser.
Iain Banks schreibt übrigens nicht nur Science Fiction, sondern auch anderes (Krimis, Thriller,…) – bislang war alles, was ich in die Finger bekommen habe, sein Geld wert. Seine Homepage findet sich unter http://www.iainbanks.net .


