Iain Banks: Exzession
6. Jan 2009 von drwatson32
Space Opera, gewöhnungsbedürftig

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Irgendwo in den Tiefen der Galaxis taucht ein unerklärbares Objekt auf: eine gewaltige, undurchdringliche, schwarze Kugel. Messungen ergeben, dass sie bereits tausende von Milliarden Jahren alt ist – also viele hundert Mal älter als das gesamte Universum. Ein “außerkontextuelles Problem”? Verschiedene raumfahrenden Zivilisationen interessieren sich nur zu bald dafür. Und während der “Affront”, eine aufstrebende, hegemonistisch-aggressiv gepolte Rasse, einen geheimen Schlachtplan verfolgt, um die Kugel in seinen Besitz zu bringen, planen die intelligenten Raumschiffe der “Kultur” noch in ganz anderen Dimensionen. Doch einige der Schiffe spielen falsch…
Parallel dazu wird Byr Genar-Hofoen, Gesandter der Kultur bei den Affrontern, kurzfristig abberufen, um für die Abteilung “Besondere Gegebenheiten”, sozusagen der Geheimdienst der Kultur, einen höchst merkwürdigen Auftrag zu erfüllen: er soll eine Reise von mehreren Monaten auf sich nehmen, um mit einer Frau zu reden – die, wie sich herausstellen wird, einst seine Gefährtin war. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Iain Banks ist eine feste Größe in der modernen Science Fiction. Seine “Kultur” ist eine zum Teil menschliche, größtenteils hedonistisch geprägte Zivilisation, die ansonsten aus Drohnen-Robotern, hyperintelligenten Schiffsgehirnen und ähnlichem besteht. Der hohe zivilisatorische Anspruch dieser Gesellschaft macht es ihr nicht immer leicht, mit den aggressiveren Nachbarn umzugehen. Die Kultur bevorzugt die leisere, diplomatischere Variante des Kontakts – um dadurch umso eindringlicher die anderen Zivilisationen zu beeinflussen. Keine Sorge – es kommt eine Raumschlacht in dem Buch vor, die, auch wenn sie nur Millisekunden dauert, an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Ein großer Teil ist aber den wechselnden Perspektiven der an den Intrigen teilhabenden Menschen und Schiffe gewidmet – manchmal bis hin zu dem Punkt, an dem der Leser sich fragt, worauf das alles abzielt. Denn manchmal wird die Story so kompliziert, dass man den Faden verliert. Das ist sicherlich auch den reichlich exotischen Schiffsnamen geschuldet – “Meinungs-Anpasser” ist ja noch verständlich, aber “Vorfreude Auf Die Ankunft eines Neuen Geliebten, Die”, “Nur Ernstmeinende Anrufer”, “Wundersame Wege Des Schicksals”, “Nicht Hier Erfunden”… ?!? Wie soll man da, bitte schön, den Überblick behalten?
Nicht nur deshalb nicht unbedingt für den Erstkontakt mit Banks’ Kultur-Universum geeignet. Da bietet sich “Das Spiel Azad” eher an. Trotzdem spannend.


