Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie
10. Jul 2009 von drwatson32
Space Opera in Episoden vom Altmeister

Dieses Produkt bei
Amazon.de ansehen
Seit zwölftausend Jahren wird das galaktische Imperium von Trantor aus beherrscht. Doch nun soll alles wie einst das römische Reich zusammenbrechen? Der Wissenschaftler Hari Seldon hat es geschafft, mathematische, psychologische und wirtschaftswissenschaftliche Elemente zu einer unglaublich scheinenden Theorie zusammenzufügen: der Psychohistorik. Mit diesen Methoden hat er das Ende des Imperium vorausgesehen. Doch nicht genug damit: nach dem Zusammenbruch werden 30.000 Jahre des Zivilisationsverlustes, ja der Barbarei folgen – wenn er es nicht schafft, seinen geheimen Plan zu verwirklichen. Seldon gründet die “Foundation”, eine Siedlung von Wissenschaftlern auf einem entlegenen Planeten, die das Wissen bewahren und den Grundstein für eine neue galaktische Zivilisation legen sollen . Bis zum Entstehen dieses Staates werden “nur” tausend Jahre vergehen – und alles, was in dieser Zeit passieren wird, hat Seldon vorausberechnet… wirklich alles? Wir folgen der Entwicklung der Foundation durch die Jahrhunderte und erleben die Wendepunkte ihres Werdeganges anhand der Abenteuer von Schlüsselpersonen.
Asimovs Klassiker ist neben den Roboter-Geschichten ein Hauptpfeiler seines umfangreichen Werkes. Mittlerweile über fünfzig Jahre alt, hat er nichts an seiner Bedeutung eingebüßt. Asimov ist es gelungen, das wesentliche Element der Science Fiction, nämlich den wissenschaftlichen Hintergrund, mit einem ganz anderen Konzept zu verbinden: dem der Vorherbestimmung. Mittels der Psychohistorik ist es – so seine Prämisse – möglich, die Aktionen von großen Menschenmassen vorherzusagen. Über die Handlungen von Einzelnen gibt es keine Aussage – ganz ähnlich, wie die Gesetze der Thermodynamik zwar das Verhalten eines makroskopischen Gasvolumen sehr genau beschreiben, es aber unmöglich ist, den Weg eines einzelnen Gasmoleküls vorherzusagen. Alles Unsinn? Es gibt durchaus Vorgänge in der Wirtschaft und der Gesellschaft, welche anscheinend mathematischen Regeln unterliegen. Ein beliebtes, wenn auch umstrittenes Beispiel ist der Kondratjew-Zyklus (eine globale Variante des tatsächlich zu beobachtenden Schweinezyklus). Jedenfalls bezieht Asimovs Romanreihe ihre Grundlage aus dem Spannungsfeld zwischen dem global existierenden “Schicksal” und dem völlig offenen Handlungsspielraum seiner Protagonisten. Können die Handlungen eines Einzelnen das globale “Schicksal” überhaupt verändern? Die Episoden selbst sind als Kurzromane mit in sich abgeschlossener Handlung ausgelegt und haben eine Länge von ca. 50 bis etwa 180 Seiten. Ein interessanter Anhang und ebenfalls Bestandteil der einbändigen Ausgabe ist Michael F. Flynns “Einführung in die Psychohistorik”, der den Bezug dieser fiktiven Wissenschaft zur Realität näher beleuchtet.
Wer eine komplexe, durchlaufende Story mit gleichbleibenden Protagonisten erwartet, der wird hier nicht fündig. Aber als flüssige und spannende Geschichten-Sammlung, eingebettet in einen gemeinsamen Rahmen, kann man Asimovs zentrales Werk immer wieder gerne lesen.


