Lilian Jackson Braun: Die Katze, die rückwärts lesen konnte
29. Mrz 2008 von drwatson32
Krimi

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Jim Qwilleran (kein Tippfehler!) ist ein abgehalfterter Starjournalist, der nach einer langen beruflichen Pleite nun einen Job bei einem Provinzblättchen annimmt, dem “Daily Fluxion”. Und dann ausgerechnet als Kulturredakteur… “Gnadenbrot für abgetakelten Journalisten” könnte die Schlagzeile heißen. Aber die Kultursparte hat es in sich in diesem kleine Örtchen – die Kulrurseite wird von mehr Leuten gelesen als der Sportteil. Und das liegt nicht zuletzt am Qwillerans Kollegen, dem selbsternannten Kunstkritiker George Bonifeld Mountclemens III., der die örtliche Kunstszene mit seinen bisweilen sehr gehässigen Kommentaren tüchtig aufmischt. Qwilleran bezieht eine Wohnung in Mountclemens’ Haus und freundet sich bald mit dessen Kater Kao K’o-Kung, kurz Koko, an. Der ist ein höchst ungewöhliches Wesen, nicht nur mit seinen eigenen Ansichten zur modernen Kunst, sondern weil er gerne die Zeitungsüberschriften abschnüffelt – und zwar rückwärts.
Aber dann geschieht ein Mord, kurz darauf wird eine Kunstgalerie überfallen, und Qwilleran verguckt sich in eine offenbar begnadete Malerin (oder ist sie doch gar keine so überragende Künstlerin). Welche Rolle spielt Mountclemens? Und kann Koko möglicherweise etwas zur Aufklärung des Falles beitragen? Doch es werden noch mehr Morde geschehen…
Der Roman ist der Auftakt einer Reihe um Jim Qwilleran und den Kater Koko. Während die Krimi-Rahmenhandlung eher routiniert und ohne besondere Highlights abläuft, ist die Schilderung der skurrilen Gesellschaft des kleinen Städtchens und besonders Qwillerans, Kokos und Mountclemens’ sehr vergnüglich. Mit knapp über 220 Seiten ist der Roman nicht übermässig lang. Auch wenn mich das Buch nicht gereizt hat, mehr aus der Reihe zu lesen, ist es z.B. eine nette Unterhaltung während einer längeren Zugfahrt.


