Buchtipp: Catherine Jinks: Teuflisches Genie
29. Jun 2009 von drwatson32
Thriller mit fantastischen Elementen

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Cadel ist ein begabter Hacker – unter anderem hat er ein Stromversorgungssystem und ein Online-Überweisungssystem geknackt. Doch bei seinem letzten Coup ist er aufgeflogen. Und nun sitzt er mit seinen Eltern beim Psychologen und soll sich therapieren lassen – denn er ist ja erst 7 Jahre alt …
Aber was ist Dr. Roth überhaupt für ein Psychologe? Er scheint eher auf Cadels Seite zu stehen und ermöglicht ihm nicht zur Zugang zum Computer, sonder ermutigt ihn auch noch, seine Aktivitäten auf andere Netzwerke auszudehnen: den Straßenverkehr, seine Mitschüler, … wo soll das enden? Und irgendwann wird klar: Cadel ist der Sohn eines international gesuchten Schwerkriminellen, welcher nichts weniger versucht als die Weltherrschaft zu erreichen. Und Cadel soll sein Feldherr werden. Dafür muss Cadel schließlich eine ganz besondere Akademie besuchen…
Das ganze hat aber einen Haken: Cadel ist irgendwie aus der Art geschlagen, und obwohl ein jugendliches Genie es nicht leicht hat und Dr. Roth alles darauf anlegt, ein echtes Monster aus ihm zu machen, ist er eigentlich ein netter kleiner Junge. Nur gut, dass er bei seinen Online-Kontakten Kay-Lee gefunden hat, offenbar eine verwandte Seele, mit der er fröhlich über Zahlentheorie chatten kann. Hat sich der künftige Herrscher des Verbrechens etwa online verliebt? Aber auch Kay-Lee hat ein Geheimnis. Und nichts, wirklich gar nichts ist, wie es zu sein scheint.
Zu diesem Buch findet man recht unterschiedliche Meinungen. Die einen meinen, es sei langatmig. Die anderen sagen, es sei blanker Unsinn. Ich jedenfalls habe es sehr genossen, über Cadels Rachepläne an seinen viel älteren Mitschülern zu lesen, mich von der immer wieder die Richtung wechselnden Story mitreißen zu lassen und dabei nie das gewissen Augenzwinkern zu verlieren. Wer einen klassischen Thriller erwartet, der wird in der Tat enttäuscht sein, dafür gibt es einfach zu viele fantastische oder sogar satirische Elemente. Wer aber z.B. an Eoin Colfers “Artemis Fowl”-Reihe Spass hatte, der wird hier einen zwar für deutlich älteres Publikum gedachten, aber thematisch ähnlich aufgehängten Roman finden. Hier wie dort ist die Hauptperson ein jugendliches Genie, das sich zwischen der “dunklen” und der “lichten” Seite entscheiden muss… (das gabs doch schon mal irgendwo?) Im Gegensatz zu Colfers Büchern handelt es sich aber nicht um ein Kinderbuch, meiner Ansicht nach könnte man es vielleicht einer/-m leseerfahrenen 14-jährigen geben.
Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, werde ich auf jeden Fall auch den nächsten Teil der geplanten Mini-Serie lesen: “Teuflisches Team”.

