Buchtipp: Jean-Christophe Grangé: Das Herz der Hölle
6. Aug 2009 von drwatson32
Französischer Psycho-Thriller

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Mathieu Durey und Luc Soubeyras haben einiges gemeinsam. Nicht nur, dass beide bei der französischen Polizei arbeiten, nicht nur, dass sie beide den Namen eines Apostels tragen: sie waren auch beide zunächst auf dem Priesterseminar, bevor sie beschlossen, doch eine weltliche Laufbahn einzuschlagen. Beide waren von den Personifizierungen des Bösen fasziniert – Luc im Kosovo, Mathieu in Ruanda – bevor sie diesen Entschluß fassten. Doch irgendwo enden die Gemeinsamkeiten der beiden Freunde. Und nun ist das Unfassbare geschehen: Luc lliegt nach einem Selbstmordversuch im Koma. Selbstmord? – undenkbar für einen stenggläubigen Katholiken, findet Mathieu und versucht, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Dabei kommt er einigen höchst sonderbaren und grausamen Verbrechen auf die Spur – alle begangen von Tätern, die wie nun Luc einmal im Koma gelegen haben und wieder erwacht sind. Und als er eine Frau findet, deren Heilung sogar offiziell als Wunder anerkannt wurde und die nun eindeutig einen grausamen Mord begangen hat, schaltet sich sogar der Vatikan ein … Was haben die Täter im Koma gesehen? Sind diese Visionen womöglich der Auslöser für ihre Taten?
Der Name Jean-Christophe Grangé steht für exzellente Psycho-Thriller, die sich auch gerne ein wenig abseits der üblichen Pfade bewegen (z.B. “Die purpurnen Flüsse”, “Das Imperium der Wölfe”). Mystische Elemente spielen oft eine gewisse Rolle – einen Mystery-Roman sollte man aber nicht erwarten. Neben der dunklen und bedrohlichen Kriminalgeschichte bezieht der Roman seine Spannung aus dem Verhältnis der beiden sich ähnelnden, letztendlich aber grundverschiedenen “Apostel” sowie aus der Faszination des Bösen, der beide auf ihrem Weg auf den Grund gehen wollen. Die Story wird aus Sicht von Mathieu erzählt, was den Leser unwiderstehlich mitten ins Geschehen zieht. Dieser zerrissene, tiefgläubige und dennoch vom Bösen faszinierte Charakter ist sehr glaubhaft dargestellt. Die Story ist recht verwickelt, aber glaubwürdig genug, um den Lesespass nicht zu verderben.
Diesen Autor sollte man sich merken!

