Buchtipp: Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse
27. Sep 2008 von drwatson32
Psycho-Thriller

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Guernon, eine kleine Universitätsstadt in der Nähe von Grenoble. In den Bergen wird die schrecklich zugerichtete Leiche des Bibliothekars endeckt. Und Pierre Niémans, der umstrittene Star der französichen Polizei, wird auf den Fall angesetzt. Nicht zuletzt, weil er selbst ein wenig von der Bildfläche verschwinden soll, nachdem er bei einem Einsatz einen Randalierer erschlagen hat. Doch es geschehen weitere Morde nach dem gleichen Muster. Ist ein Wahnsinniger am Werk? Oder liegt dem Ganzen ein tieferes Muster zugrunde, dass die Ermittler nur nicht zu lesen verstehen?
Zur gleichen Zeit geht Karim Abdouf, ebenfalls Ermittler bei der Polizei, einem merkwürdigen Fall von Grabschändung nach. Vor 14 Jahren ist ein 10-jähriger Junge in einer Gruft beigesetzt worden, die nun gewaltsam geöffnet wurde. In der gleichen Nacht wurde in der Grundschule des Ortes eingebrochen und sämtliche Hinweise auf die Existenz der Jungen entfernt. Auch bei Schulkameraden, den Ärzten und örtlichen Fotografen wurden alle Dokumente vernichtet, die sich auf das Kind beziehen. Abdouf landet schließlich in Guernon, wo er feststellt, dass die beiden Fälle auf mysteriöse Weise ineinander verstrickt sind.
Grangé ist ein Star unter den europäischen Thriller-Autoren. Auch hier beweist er sein Können. Die klaustrophobische Atmosphäre der Universität mit ihren faschistoiden Ideologien steht in grandiosem Gegensatz zu dem überwältigenden Naturschauspiel der französichen Alpen. Die beiden Ermittler sind selbst höchst ambivalente Gestalten. Niémans mit seinen nahezu psychopatischen Gewaltausbrüchen und der ehemalige Kriminelle, jetzt Polizist Abdouf, sind nicht gerade zwei “Stützen der Gesellschaft”. Und so steuert die Handlung unaufhaltsam auf die endgültige Katastrophe zu…
Das Buch wurde auch verfilmt, mit dem unvergleichlichen Jean Réno in der Hauptrolle. Während die bildgewaltige Szenerie hervorragend im Film umgesetzt wurde, blieb leider die (ziemlich komplexe) Logik der Story im Film auf der Strecke, und Hollywood-gerecht wurde ein Happy End konstruiert, das im Buch nicht vorhanden ist und im Film einfach nur unglaubwürdig wirkt. Also, wer den Film aus den genannten Gründen nicht mochte, der sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Das Buch ist ein echtes Highlight für jeden Thriller-Fan!

