Colin Forbes: Hexenkessel
5. Okt 2008 von drwatson32
Uninspirierter Thriller

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An der Küste Cornwalls wird die Leiche einer jungen Frau angespült. Paula Grey, Agentin des britischen Special Intelligence Service und zur Zeit dabei, Informationen über V.B. Moloch, den Großindustriellen, zu sammeln, ist verblüfft – denn die gleiche Frau hat sie, ebenfalls tot, vor einigen Tagen erst in Kalifornien gesehen. Das Team um Chefagent Tweed setzt alles daran, herauszufinden, wie die Frau(en) mit Moloch in Verbindung standen. Kompliziert wird dies nicht nur durch dessen umfassenden Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch durch einige undurchschaubare Personen, die ihnen bei den Ermittlungen in die Quere kommen: Vanity, die hinreißende Privatsekretärin Molochs z.B. Oder Colonel Grenville, der sowohl in Cornwall als auch in Kalifornien immer dann auftaucht, wenn das Team dort im Einsatz ist. Und welche Rolle spielt der ehemalige Mitarbeiter des “Special Branch”, Maurice Prendergast?
Tweed vermutet eine großangelegte Intrige, mit der Moloch sein Firmenimperium in Position bringen will. Aber nicht einmal er kann voraussehen, dass diese Intrige ganz Kalifornien erschüttern wird – im wahrsten Sinne des Wortes…
Forbes ist nicht unbedingt mein Lieblingsautor. Dann und wann lasse ich mich aber doch einmal dazu hinreißen, eines seiner Bücher zu lesen. Aber diesmal hätte ich darauf verzichten sollen.
Die Stories sind normalerweise simple gestrickte Agenten-Thriller, die nach James-Bond-Manier funktionieren (allerdings ohne das Technik-Feuerwerk und die coolen Sprüche), dabei aber meistens recht spannend. Für zwischendurch also geeignet. Aber hier ist irgend etwas danebengegangen. Die Story ist konfus, der “Knalleffekt” durchschaubar (selbst das Titelbild hat schon alles verraten) und die Personen so flach und klischeehaft wie nur irgend möglich. Ja, bei diesem Genre muss man natürlich mit Klischees rechnen. Aber die Figuren sind nicht einmal originell… und die Story hätte man locker in der Hälfte der rund 560 Seiten untergebracht. Dass sich das Buch so langzieht, liegt eigentlich nur daran, dass Chefagent Tweed ständig irgendwelche “Ahnungen” von etwas hat, dass der Leser schon nach 100 Seiten erraten kann, aber nicht zu Potte kommt. Und der Versuch, ein Rätsel um die Identität von Molochs Agenten zu konstruieren (Vanity, Grenville oder Prendergast?) ist glatt fehlgeschlagen. Denn für die Story ist das völlig belanglos…
War nicht mal besonders spannend. Wer Forbes mag, kommt z.B. in “Der griechische Schlüssel” eher auf seine Kosten.


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