Jean-Christophe Grangé: Choral des Todes
6. Mrz 2010 von drwatson32
Psycho-Thriller

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In einer armenischen Kirche in Paris wird der Organist grausam ermordet. Lionel Kasdan, pensionierter Polizist und selbst Armenier, ist zufällig anwesend und nimmt selbst Ermittlungen auf. Aber am Tatort waren nur die Kinder aus dem Jugendchor. Kann einer von ihnen der Täter sein? Anvertrauen will sich ihm keiner der Jungen…
Da hat Cédriv Volokine, ebenfalls Polizist, schon bessere Karten. Erstmal ist er jünger, und irgendwie cool. Aber auch er bringt aus den Kinder nichts heraus. Das ungleiche Ermittlerduo konkurriert nicht nur miteinander, sondern auch gegen die offiziellen Ermittlungen. Offenbar sind in der Vergangenheit Kinder aus dem Kirchenchor spurlos verschwunden – und nicht nur aus diesem, auch in anderen Gemeinden gab es unerklärliche Vorfälle. Da geschieht ein zweiter Mord… und ein dritter …
Grangé ist immer ein Garant für Hochspannung. Das ist auch in diesem Buch nicht anders. Die Zutaten sind ähnlich gehalten wie in anderen, älteren Thrillern aus der Feder des gleichen Autors: die Ermittler sind selbst zerrissene, gebrochene Figuren. Ziemlich schnell wird klar, das Volokine erhebliche Probleme hat - als Junkie Polizist zu sein, ist irgendwie ein Widerspruch. Aber auch Kasdan schleppt etwas mit sich herum – sonst müsste er nicht ständig harte Psychopharmaka schlucken. Die beiden haben Migrationshintergrund (wie das heute politisch korrekt heißt), ähnlich wie das auch schon mit den Ermittlern in “Die purpurnen Flüsse” und in anderen Romanen der Fall war. Es gibt einen sakralen Bezug – siehe z.B. “Das Herz der Hölle”. Das Setup dieses Buches ähnelt eben dem bekannten Rezept. Nicht dass das die Sache langweilig machen würde… im weiteren Verlauf machen die beiden Bekanntschaft mit einer merkwürdigen Sekte, die offenbar etwas mit chilenischen Einwanderern und Alt-Nazis zu tun hat – eine ganz unangenehme Mischung. Schließlich werden die beiden ungleichen Helden mit den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Sehr spannend und mitreißend, wenn auch stellenweise recht brutal. Fällt jedoch gegen die früheren Romane wie z.B. “Das Herz der Hölle” etwas zurück. Trotzdem lesenswert!

