Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe
13. Aug 2008 von drwatson32
Thriller aus Frankreich

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Anna Heymes, die Frau eines hochrangigen Beamten, ist beunruhigt. Irgend etwas stimmt nicht mit ihr – da gibt es unerklärliche Erinnerungslücken, manchmal erkennt sie ihren Mann nicht… sie wird neurologisch untersucht, doch ohne Ergebnis. Sie verdächtigt ihren Mann, sich verändert zu haben. Und als sie schließlich dem Geheimnis auf die Spur kommt – wird sie von der Polizei verfolgt!
Paul Nerteaux, ein junger, ehrgeiziger Hauptmann der Polizei, soll eine Serie von bestialischen Morden an jungen Frauen im türkischen Viertel aufklären. Alle waren vom gleichen Alter, etwa vom gleichen Aussehen – und alle waren illegal eingereiste Arbeiterinnen. Im türkischen Viertel aber, das weiß er, hat er keine Chance. Also holt er sich Hilfe in der Person von Jean-Louis Schiffer, den pensionierten Inspektor und Kenner der Illegalen-Szene. Doch mit “Chiffre” oder “Fer”, wie dieser auch genannt wird, holt er sich anscheinend den Teufel selbst als Partner… Immerhin stellt sich heraus, dass der oder die Mörder offenbar eine ganz bestimmte Frau suchen – und immer noch nicht gefunden haben. Ein mörderischer Wettlauf beginnt, bei dem zumindest für die meisten Beteiligten das Gesetz nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.
Während Anna Heymes nach ihrer Vergangenheit sucht und dabei auf einen ungeheuren Skandal stößt, wird Nertaux und Schiffer bald klar, dass die “Grauen Wölfe”, die paramilitärischen türkischen Rechtsextremisten, in die Sache verwickelt sind. Und Schiffer hat offenbar noch einen anderen Grund, den Fall zu verfolgen…
Grangé ist vielen sicherlich bekannt als Autor mehrerer ziemlich düsterer Thriller, die in Frankreich spielen und z.T. mit Jean Reno verfilmt wurde – siehe z.B. “Die purpurnen Flüsse”. Stilistisch passt dieses Buch gut zu den anderen. Der düstere Grundtenor wird akzentuiert von den zum Teil ziemlich drastischen und blutigen Einzelheiten – man sollte in dieser Hinsicht also nicht zimperlich sein. Auch der Verzicht auf ein “Ende gut, alles gut”-Finale ist zwar nicht Genre- aber doch Autoren-typisch. Etwas ungewohnt ist allerdings der häufige Wechsel der Perspektive. Grange baut hier über einen längeren Abschnitt (etwa die Hälfte des Buches) Identifikationspersonen auf, die er dann wieder fallen läßt und andere, die zunächst nur in Nebenrollen in Erscheinung traten, ins Rampenlicht rückt. Das unterbricht den Lesefluß ein wenig. Über seine Darstellung der Situation im türkischen Arbeiterviertel kann man geteilter Meinung sein – dazu möchte ich keine Wertung abgeben. Die Einwanderer sind bei ihm einerseits bedauernswerte Opfer, andererseits gibt es dort auch geldgierige Raffzähne und Ausbeuter, deren Beschreibung jedem Vorurteil Vorschub leistet.
Spannend ist es allemal – und natürlich wird der Bösewicht am Ende doch bestraft….



[...] ein wenig abseits der üblichen Pfade bewegen (z.B. “Die purpurnen Flüsse”, “Das Imperium der Wölfe”). Mystische Elemente spielen oft eine gewisse Rolle – einen Mystery-Roman sollte man aber [...]