William Gibson: Virtuelles Licht
16. Mai 2011 von drwatson32
Moderner Sci-Fi-Klassiker

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Für Berry Rydell ist es echt nicht gut gelaufen. Eigentlich hatte er als Cop seinen Traumjob. Aber nachdem sein letzter Einsatz so grandios schiefgelaufen ist, konnte er höchstens noch in der TV-Serie “Cops in Trouble” landen, und nicht mal dafür hat es gereicht. Also arbeitet er heute für ein privates Sicherheits-Unternehmen – bis eine Hackerbande ihm einen gefaketen Auftrag unterjubelt. Und jetzt
sitzt er endgültig auf dem Trockenen und muss undurchsichtige Jobs als Fahrer für undurchsichtige Typen erledigen…
Chevette weiß genau, dass sie ihren letzten Kunden nicht hätte linken sollen. Aber auch als Fahrrad-Kurier hat man seinen Stolz und will sich nicht begrapschen lassen. Und schließlich hat sie nur eine lumpige Sonnenbrille geklaut. Warum jetzt Leute hinter ihr her sind, die für die blöde Brille jemanden umbringen würden…
Yamasaki, der japanische Soziologe, studiert – ja was eigentlich? Fasziniert ist er vor allem von der Brücke (die SanFrancisco-Oakland Bay-Brücke), die nach den Unruhen und dem großen Erdbeben völlig ungeplant und illegal zu einer überbauten, zusammengeschusterten, ja regelrecht gewachsenen Siedlung geworden ist.
Und irgendwie hängt das alles zusammen. Denn Chevette lebt auf dem höchsten Punkt der Brücke, und Rydells Job hat mit der magischen “Sonnenbrille” zu tun.
William Gibson, der Mann, der das Wort “Cyberspace” erfunden hat und in dessen Welten das erste Mal die “Matrix” genannt wurde, ist eine Ikone der modernen Science Fiction. Von seiner ersten “Neuromancer”-Trilogie werde ich irgendwann auch noch schreiben. Die zweite Trilogie, bestehend aus den Bänden “Virtuelles Licht”, “Idoru” und “Futurematic” ist zeitlich und technisch etwas näher an unsere Realität. Ähnlich wie in Stephensons “Snow Crash” ist seine Vision vom Zerfall der Nationalstaaten geprägt, von der Auflösung der Zivilisation und der Allgegenwart der Medien. Überhaupt gibt es viele Parallelen zwischen diesen zwei Büchern. Bei Stephenson bildet das alles eine Kulisse, hier aber ist es die Faszination dieses Zerfalls – und des Neuanfangs in den “Lücken” der Welt – an sich, der das Wesen des Romans ausmacht. Die Brücke ist ein Symbol für den Zustand der Welt – erschüttert durch eine unbeherrschbare Katastrophe, lebendig gemacht durch die Bewohner, in stetem Wandel begriffen… und das ist wohl auch die Ursache für die Faszination, welche sie auf Yamasaki ausübt.
Die “Brücken”-Trilogie und davon gerade der erste Band ist in meinen Augen nicht ganz so stark und visionär ie die “Neuromancer”-Trilogie. Trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall – und die Folgebände muss man einfach gelesen haben!


Ich habe die Seite durch Zufall gefunden und bin hellauf begeistert, und das bei meinen gehobenen Ansprüchen
Das hört man immer gerne
am besten twittern, “like”n , …
Von der Neuromancer-Reihe war ich ziemlich begeistert. dass es da diese Nachfolgereihe gibt ist mir völlig entgangen. Danke für den Tipp.