Buchtipp: Sergej Lukianenko: Wächter der Ewigkeit
26. Aug 2007 von drwatson32
Vierter und letzter Teil der “Wächter”-Tetralogie über den Kampf zwischen Licht und Dunkel

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Anton Gorodezki, Lichter Magier und Hauptperson auch der letzten drei Bände des Wächter-Zyklus, ist im dritten Teil dem Zauberspruch des Fuaran in den Weg gekommen und dadurch zum Hohen Magier aufgerückt. Aber mit der Praxis hapert es noch ein wenig… Geser, der Chef der Moskauer Nachtwache, schickt ihn auf eine Dienstreise, um Erfahrungen zu sammeln. Denn in Edinburgh ist ein Tourist aus groteske Weise ums Leben gekommen, und die dortige Wache hat sich mit der Bitte um Unterstützung an Geser gewandt. Am Ort des Geschehens findet Anton eine höchst ungewöhnliche Konstellation vor. Der Ort des Geschehens ist die Stelle, an der angeblich Merlin, der größte Magier der Geschichte, vor Urzeiten den “Kranz der Schöpfung” in der siebten und tiefsten Schicht des Zwielichts verborgen hat. Es soll sich um ein ungeheuer mächtiges Artefakt handeln, welches womöglich sogar die Grenzen zwischen den Schichten des Zwielichts einebnen könnte. Was die Folge davon wäre – darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Und eine Gruppe Unbekannter versucht offenbar, diesen Schatz zu bergen – doch es scheint sich um normale Menschen zu handeln. Die Lage ist verzweifelt genug, dass sich Dunkle und Lichte auf der Jagd nach den Verschwörern zusammentun.
Denn diese setzen sich offenbar aus Angehörigen aller Fraktionen zusammen: Menschen, Dunkle, Lichte und sogar ein Inquisitor muss dazugehören. Während Anton auf der Suche nach den Verschwörern zwischen Edinburgh und anderen exotischen Schauplätzen wie Samarkand hin-und herpendelt, werden alle Kräfte der Anderen zusammengezogen, um seine sechsjährige Tochter Nadja zu bewachen. Denn die ist die einzige Magierin der Welt, welche die Kraft entwickeln könnte, bis in die siebte Schicht vorzudringen…
Lukianenkos “Wächter”-Zyklus findet hier seinen fulminanten Abschluss. Die Fronten zwischen Licht und Dunkel, schon im dritten Teil ins Wanken geraten, lösen sich vollends auf. “Gut” und “Böse” lassen sich eben nicht mit “Licht” und “Dunkel” oder den Grundprinzipien “Liebe” oder “Freiheit” in Übereinstimmung bringen. Spätestens wenn man erfährt, dass es Andere gibt, welche die Seite wechseln können, wird dieser Unterschied bedeutungslos. Gesers kleines Terrarium mit den zwei sich bekämpfenden Taranteln ist ein wunderbares Bild der Situation der beiden Parteien. Statt dessen aber gilt der Kampf nun einer Gruppe, die sich ebenfalls über alle Grenzen hinweggesetzt hat. Und auch die Gegner haben, wie es sich herausstellt, gute Gründe.
Der vorliegende Band ist ein wenig mehr Action-betont als die vorherigen. Das tut aber der Sache keinen Abbruch. Trotzdem sollte man keinen epischen, weltumspannenden Endkampf erwarten. Wie aus den anderen Bänden bekannt, gliedert sich die Handlung in drei Episoden, in denen aber in jedem Falle Anton Gorodezki und seine Familie im Mittelpunkt stehen. Man sollte die vorherigen Bände unbedingt gelesen haben, sonst fehlt es einfach am Hintergrund. Der Zyklus ist mit diesem Band abgeschlossen – wirklich schade! Zum Glück hat Sergej Lukianenko noch mehr veröffentlicht (z.B. den Science-Fiction-Roman “Spektrum”). Dieser Autor wird immer auf meiner Lieblings-Liste bleiben!


[...] Wächter der Ewigkeit [...]