Buchtipp: Sergej Lukianenko: Wächter des Tages
7. Aug 2007 von drwatson32

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Zweiter Teil des “Wächter”-Zyklus über den Konflikt zwischen den “Dunklen” und “Lichten” anderen, also übernatürlich Begabten
Alissa, die aus dem ersten Band als Nebenfigur bekannte Dunkle Hexe, wird von Sebulon, dem Chef der Moskauer Tagwache, auf einen Erholungsaufenthalt in ein Jugendlager geschickt, da sie in einem Konflikt mit der Nachtwache ihr gesamtes magisches Potential aufgebraucht hat. Sie lernt dort Igor kennen, der wie sie als Gruppenleiter dort ist. Die beiden verlieben sich ineinander, ohne zu ahnen, dass auch Igor ein Anderer ist – aber ein Mitglied der Nachtwache… Als die beiden die Wahrheit über sich herausfinden, kommt es zur Katastrophe.
In Moskau taucht ein neuer Dunkler Magier auf. Er scheint ungeheure Kräfte zu entwickeln, weiß aber selbst nicht, woher er kommt und warum es ihn nach Moskau verschlagen hat. Als die Nachtwache ihn entdeckt, kommt es zum Konflikt, in dem die Nachtwache den kürzeren zieht. Da macht Sebulon Anton, dem Lichten Magier, einen Vorschlag…
Außerdem hat eine Sekte von Anderen, die sich die “Regin-Brüder” nennen, aus den Archiven der Inquisition die Kralle des Fafnir an sich gebracht (Kenner deutscher Sagen, aufgepasst!). Kann man damit diesen größten bekannten Dunklen Magier wieder zum Leben erwecken? Was würde dann geschehen?
Der letzte Teil des Buches schließlich spielt in Prag. Dort soll sich Igor wegen seines magischen Duells mit Alissa vor der Inquisition verantworten. Doch warum tauchen die Regin-Brüder auch hier auf? Wie hängen diese Vorgänge zusammen?
Im Gegensatz zum ersten Band “Wächter der Nacht” stehen hier die Dunklen im Mittelpunkt. Anton, der Held des ersten Romans, rückt hier erst am Ende wieder ins Zentrum des Geschehens. Wie gehabt gliedert sich der Roman in drei Teile, und erst am Ende fügen diese sich zu einem Ganzen zusammen. Dieser Spannungsbogen ist virtuos ausgeführt, zumal auch die einzelnen Teile in sich genügend Material und “Action” in sich haben: im ersten Teil eine tragische Liebesgeschichte aus Sicht der Hexe Alissa, im zweiten Teil ein Action-reiches Spektakel um eine neue, unbekannte Kraft, größtenteils aus der Sicht des Magiers ohne Erinnerung beschrieben und im dritten Teil schließlich das Ränkespiel der Leiter von Tag- und Nachtwache sowie die Rolle der Inquisition.
Die differenzierte Darstellung der Dunklen in diesem Band macht wieder deutlich, dass die Aufteilung der Welt in Licht und Dunkel nicht gleichbedeutend mit Gut und Böse ist, sondern dass es sich um zwei gleichberechtigt nebeneinander stehende Teile eines Ganzen handelt. Dieses Thema zieht sich auch durch die Folgebände.
Tip: Auf jeden Fall lesen! – aber “Wächter der Nacht” vorher.


[...] Wächter des Tages [...]