Christopher Moore: Die Bibel nach Biff
13. Apr 2008 von drwatson32
Respektlose Neuinterpretation des Evangeliums, sehr amüsant …

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Nun, Josh hatte zwölf Apostel, und vier davon haben uns ein Evangelium hinterlassen. Aber die himmlischen Mächte haben beschlossen, dass da noch etliches unbeschrieben geblieben ist. Was ist zwischen Jesu Geburt und der Zeit passiert, als er etwa 30 Jahre alt war? Und so wird der Engel Raziel ausgeschickt, um seinen besten Freund wieder zu beleben: Levi bar Alphäus, genannt Biff. Der ist der einzige glaubwürdige Zeuge und soll berichten, wie sich alles zugetragen hat. Leider hat Biff so seine eigene Vorstellung von dem, was er in unserer Bibel vorfindet… dabei wird er dort nicht mal erwähnt! Naja, die anderen Apostel sind schließlich erst später dazu gestoßen. Er dagegen kennt “Josh” schon seit Kindertagen. Und so schreibt er alles auf: wie sie sich im Sandkasten damit amüsiert haben, vertrocknete Eidechsen zum Leben zu erwecken, wie sie Maria Magdalena zum ersten Mal trafen (als sie etwa 10 Jahre alt waren), wie sie auf die große Reise nach Indien und China gingen, damit “Josh” herausfinden konnte, was eigentlich von ihm als Messias erwartet wurde… und natürlich, was zuletzt geschah, als sie von dieser Reise zurück kamen.
Strenggläubige Christen werden von diesem Buch sicher leicht schockiert sein. Die Sprache ist manchmal mehr als nur ein bisschen locker, die Witze zum Teil zotig, und Biffs Meinung über den Sendboten des Herrn lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Für mich als “Ungläubigen” war es aber sehr amüsant, und bei aller Respektlosigkeit ist das Buch vielleicht näher an der christlichen Philosophie als manches andere, welches normalerweise keine Kommentare hervorrufen würde. Inwieweit sich die Geschichte an historische Hintergründe hält, ist schwer zu sagen – das “Feeling” ist auf jeden Fall perfekt. Und es ist sicher eine interessante Spekulation, wie sich Christentum und Buddhismus beeinflusst haben könnten. Ach ja, wer Moore’s “Kleinen Dämonen-Berater” gelesen hat, darf sich auf ein (kurzes) Wiedersehen mit Catch freuen…


