Michael McCollum: Der Antares-Krieg
18. Jul 2007 von drwatson32
Läuft unter der Bezeichnung “Military Science Fiction”, würde ich aber allgemein als “Space Opera” verbuchen.
Es handelt sich um eine Trilogie mit den drei Bänden:
Antares: Dämmerung
Antares: Passage
Antares: Sieg
Um meine Meinung dazu vorweg zu nehmen: das hat man alles schon mal gelesen, aber woanders war’s besser. Hätte ich das Buch gekauft, dann hätte ich mich geärgert. War aber eingetauscht und damit o.k., die Lesezeit war nicht verschwendet. Den militärischen Hintergrund habe ich als literarische Freiheit verbucht, obwohl mich die etwas schroffe Auflösung am Ende der Trilogie doch ein wenig abgeschreckt hat.
Zum Inhalt:
Interstellare Raumfahrt ist (hier) möglich, indem Raumschiffe an “Faltpunkten” das Raum-Zeit-Kontinuum verlassen, um augenblicklich am anderen Ende der “Faltlinie” wieder aufzutauchen. Faltpunkte entstehen in der Nähe mancher Sterne – bei besonders massiven Exemplaren bevorzugt. Das System Altan liegt am Ende einer solchen Faltlinie und kann nur durch ein Reihe von Sprüngen erreicht werden, welche durch das System der roten Überriesen Antares führt. Als dieser Stern in einer Supernova explodiert, verschwindet der Faltpunkt und Altan ist vom Rest der menschlichen Zivilisation abgeschnitten.
100 Jahre später taucht am Ort des Faltpunkts im System Altan ein Raumschiff auf. Die Altaner versuchen es aufzubringen – und finden das Wrack eines gewaltiges Kriegsschiffes. Der Transit ist also wieder offen – doch welche Kräfte haben dieses Schiff derart beschädigt, das doch alleine einen ganzen Planeten vernichten könnte?
Die Altaner machen sich auf die Reise und stellen fest, dass die Menschen eine andere intelligente Rasse entdeckt haben: die Ryall. Leider haben diese echsenähnlichen Wesen ein evolutionäres Problem: in entwicklungsgeschichtlich junger Vergangenheit (entspräche etwa unserer Steinzeit) haben sie schon einmal eine Supernova erlebt, und die daraus resultierende Strahlenbelastung hat durch Mutationen auf ihrem Heimatplaneten eine andere halbintelligente Rasse entstehen lassen, mit der sie in direkter Konkurrenz standen. Die Ryall konnten sich nur retten, indem sie diese Rasse auslöschten. Damit sind sie nun leider genetisch programmierte Xenophobe, und konsequenterweise steht die Auslöschung der Menschheit ganz oben auf ihrem Programm.
Soweit der Hintergrund, der sich im Laufe der ersten Hälfte des ersten Bandes entwickelt. Hauptpersonen sind Schiffskapitän Richard Drake sowie Bethany Whitlow, letzte (erbliche) Repräsentantin der menschlichen Zentralregierung auf Altan. Drake steigt im Laufe der Auseinandersetzungen mit den Ryall zum Admiral auf, während Bethany Whitlow zur Spezialistin für Ryall-Psychologie wird.
Die meisten Erzähl-Linien sind vorhersehbar. Trotzdem werde ich versuchen, keine (weiteren) Spoiler in meinen Text einzubauen.
Wie gesagt gibt es die Erzählidee woanders besser. Wer sich für das Thema interessiert, ist mit “Der Splitter im Auge Gottes” von Larry Niven und Jerry Pournelle bedeutend besser bedient. Ich bin versucht zu sagen, dass die besten Ideen des vorliegenden Buches von dort inspiriert sein könnten. Ich möchte nicht alle Parallelen aufzählen, wer aber das andere Buch kennt, wird auch der kurzen Inhaltsangabe von oben schon genug Beispiele finden. Wo aber Niven und Pournelle eine detaillierte Darstellung beider Konfliktpartner geschaffen haben, ist die Angelegenheit im vorliegenden Buch doch recht einseitig. Als Lückenfüller am Strand war’s aber noch o.k.



[...] immer mal wieder hervorhole, wenn ich sonst gerade nichts anderes da habe. Übrigens habe ich hier einen anderen Roman beschrieben, dessen Story diesem erschreckend ähnlich ist, ohne auch nur [...]