Minck & Minck: umgenietet
16. Jun 2009 von drwatson32
3. Krimi der Reihe um Maggie Abendroth

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Tritt Maggies traumatische Beziehung zum “Knipser” in eine neue Phase? Doch während der Ex zum Ex-Ex werden soll, drohen schon wieder dunkle Schatten am Horizont des winterlichen Bochum… Herrmanns, einer der Dauergäste an Oma Berties Kiosk, verschwindet spurlos. Und Herr Matti ist dringend auf der Suche nach einem geeigneten Namen für sein frisch erworbenes Bestattungsinstitut – nebst Bürokraft, versteht sich. Aber nach den kürzlich überstandenen Erlebnissen in der Leichenhalle kommt dieser Job für Maggie nun gar nicht in Frage.
Und als Matti anstelle seines ersten Jobs auf einmal ein Mordopfer an der Backe hat, Maggie belastendes Material unterschlägt und Borowski, Herrmanns’ Saufkumpan, als wichtigster Zeuge plötzlich verlustig geht, sitzt Maggie richtig in der Tinte. Da hilft es auch nicht gerade, dass Winnie Blaschke, der bestaussehendste Kriminalkommissar des Ruhrgebiets, mit seinem Liebsten in St. Petersburg weilt.
In diersem dritten Teil der Maggie-Abendroth-Reihe spürt man, wie der Bogen langsam aber sicher überspannt wird. War im ersten Teil (“totgepflegt”) Maggies Beziehung zu ihrem Ex noch neurotisch (und ziemlich amüsant), und im zweiten Teil chaotisch (und immer noch ganz lustig), so kann man sie jetzt nur noch grotesk nennen. Die ehemals so schön schrägen Figuren der Nebendarsteller lassen den feinen Humor vermissen, sondern sind nur noch Karikaturen. Und was die Krimi-Handlung angeht – die ist ziemlich “unrund” und irgendwie egal. O.K., in den Büchern der Mincks sollte man keine scharfgeschliffene deduktive Logik á la Sherlock Holmes erwarten – darum geht es hier nicht. Der Krimi ist in ihren Romanen nur die Bühne, auf der die schillernden Darsteller agieren. Aber hier sind die Verbrechen und ihre Aufklärung doch ziemlich unmotiviertes Stückwerk.
Man kann’s lesen. Aber im Vergleich zum ersten Teil bin ich doch ziemlich enttäuscht.


