Minck&Minck: totgepflegt
24. Aug 2008 von drwatson32
Ruhrgebiets-Krimi mit schrägem Humor

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Maggie Abendroth, Ex-Dehbuchautorin mit (jetzt) Schreibhemmung, lebt wieder auf 22m2 in ihrer alten Heimat Bochum. Ohne Job geht’s halt nicht anders. Und darum nimmt sie auch aus Verzweiflung die Stelle als Buchhalterin in der Pietät Sommer an, einem kleinen Bestattungsinstitut. Schon gehen die Probleme los.
Nicht nur, dass der Besitzer ein merkwürdiger Kauz mit einem Faible für selbstproduzierte Speckstein-Kunst ist. Herr Matti, der finnische Thanatopraktiker, wittert Unheil, als er bei einigen “Klienten” merkwürdige gelbe Flusen im Gesicht entdeckt. Und alle waren beim Pflegedienst B&B unter Vertrag. Todesengel in Bochum? Könnte man Matti doch nur dazu bringen, mehr als drei Worte am Stück zu sagen….! Und so nimmt die ganze absurde Angelegenheit ihren Lauf. Abgehalfterte Kommissare, schreckliche Organisten, und nicht zuletzt die Details der Bestattertätigkeiten (“Kleben oder Tackern?”) sorgen für schräge Unterhaltung – und außerdem kommen noch eine unverarbeitete Scheidung und der schnieke Kommissar Blaschke ins Spiel…
Das Autorenduo Edda und Lotte Minck, beide aus Bochum, haben mit ihrem Debüt einen netten Krimi vorgestellt, der mit viel schwarzem Humor unterhält. Was könnte als Tatort für einen Mord besser passen als ein Bestattungsinstitut? Die Figuren sind lebendig – zugegebenermaßen werden hier etliche Klischees bedient, aber das ist ja gerade das Wesen eines guten Witzes. Maggie mit ihrem Schuh-Fimmel (ziemlich schwierig, wenn man vom Arbeitslosengeld leben muss!), der schweigsame Finne, Maggies beste Freundin Wilma, das Ex-Model, der versoffene Ex-Kommissar, die merkwürdigen Beziehungskisten… Man könnte sagen, ein typischer Frauenkrimi (wenn es so etwas überhaupt gibt).
Kein Goldstück, hat aber Spass gemacht.



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