Philip Kerr: Newtons Schatten
24. Jun 2007 von drwatson32
Historischer Krimi im London Isaac Newtons

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Im Jahre 1696 ist Sir Isaac Newton, der berühmte Gelehrte, unter anderem Aufseher der königlichen Münzanstalt. Dieser Auftrag hatte viel weitreichendere Bedeutung als es aussieht, denn der Ausgang des Konflikts mit Frankreich hängt nicht zuletzt davon ab, dass die Reform des Münzwesens rechtzeitig durchgeführt werden kann. Aus diesem Grunde nimmt er den jungen Abenteurer Kit Ellis als Gehilfen an – sein eigentlicher Gehilfe ist einige Zeit zuvor spurlos verschwunden. Ellis entdeckt, dass sein Vorgänger ermordet und im Festungsgraben des Tower versenkt wurde. Aber es geschehen noch mehr Morde unter den sonderbarsten Umständen. Alchemistische Zeichen spielen eine Rolle. Planen etwa die hugenottischen Einwanderer eine Verschwörung? Geht es um den Schatz der Tempelritter, der angeblich im Keller des White Tower vergraben sein soll? Oder soll die Münzreform hintertrieben werden, um das Land an die Franzosen auszuliefern? Denn nach dem dritten Mord sind die Münzwerker kaum noch zu bewegen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Da bedarf es schon des wissenschaftlichen Genies eines Isaac Newton, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Parallel dazu lernt “Newtons Schatten” Ellis dessen Nichte, Miss Barton kennen – und das hat seine eigenen, ganz besonderen Folgen …
Philip Kerr ist einer der vielseitigsten Schriftsteller, die ich kenne. Egal ob Krimi (“Das Wittgenstein-Programm”, “Im Sog der dunklen Mächte”), Science Fiction (“Game Over” – ok., der Roman wird oft auch als High-Tech-Thriller bezeichnet) oder klassischer Thriller (“Der Plan”, “Der Tag X”), immer schafft er es, das Genre perfekt zu bedienen. Und trotzdem trägt jeder Roman seine eigene, unverwechselbare Handschrift. Das ist bei diesem historischen Krimi nicht anders. Die ungemein eindringliche Beschreibung von London im 17. Jahrhundert wäre schon lesenswert, wenn nicht noch die mitreißende Kriminalgeschichte hinzukäme.
Weiterer Buchtipp: Wer sich für diese Ära interessiert und sich von 3000 Seiten nicht abschrecken lässt, dem möchte ich übrigens “Quicksilver” und die Folgebände von Neal Stephenson empfehlen. Ich hoffe, dass die deutsche Übersetzung genauso lesenswert ist wie das englische Original ….



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