Richard Matheson: Ich bin Legende
27. Feb 2008 von drwatson32
Moderner Horror-Klassiker

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Robert Neville lebt in irgendeiner Kleinstadt in den USA – als letzter Mensch der Erde. Tagsüber repariert er sein Haus und seinen Garten, sucht nach Vorräten, schnitzt Holzpflöcke und baut den dringend benötigten Knoblauch an. Denn nachts, da kommen sie: seine ehemaligen Nachbarn, die sich durch eine unbegreifliche Seuche in Vampire verwandelt haben.
Seine Familie hat er selbst durch die Seuche verloren. Die lichtempfindlichen Vampire lauern ihm auf, versuchen mit allen Mitteln, ihn aus dem Haus zu locken. Und tagsüber schlägt er zurück. Er sucht die Schlupfwinkel der Vampire und tötet sie. Er kämpft auf verlorenem Posten, doch wahrhaben will er das nicht. Mit seinen beschränkten wissenschaftlichen Kenntnissen versucht er zu verstehen, wie die Menschen sich so verändern konnten. Bis eines Tages eine Frau in der Stadt auftaucht – tagsüber!
Matheson hat neben seinen Literatur-Veröffentichungen eine Menge Drehbücher geschrieben – darunter so bekannte wie “Die unglaubliche Geschichte des Mr.C.” von Jack Arnold (der noch ein zweites Mal verfilmt wurde) oder “Duell” von Steven Spielberg.
Der Vampir-Roman “Ich bin Legende”, veröffentlicht 1954, ist bereits dreimal verfilmt worden: 1964 (“The Last Man on Earth” mit Vincent Price), 1971 (“Der Omega-Mann” mit Charlton Heston) und erst kürzlich 2007 mit Will Smith – eine der besseren Rollen von Smith, meiner Ansicht nach. Thematisch kann man den Roman durchaus als Vorläufer von Megasellern wie z.B. Kings “The Stand” einordnen. Er repräsentiert dabei die ultimative pessimistische Utopie, in der ein Ereignis die Menschheit, wie wir sie kennen, völlig auslöscht. Wir erleben den Untergang anhand der Erlebnisse des letzten “normalen” Menschen, der sich verzweifelt gegen die Veränderung stemmt. Ohne den Schluss vorwegzunehmen, möchte ich doch soviel sagen, dass er sich zuletzt fragen muss, wer denn hier eigentlich das Monstrum darstellt…
In der neuesten Verfilmung wird dieser Aspekt leider völlig unterdrückt – nur der sehr aufmerksame Kinogänger wird noch Ansätze entdecken, wo die Handlungsweise des letzten Menschen in Frage gestellt wird.
Aber gerade darum sollte man den Roman nicht in Vergessenheit geraten lassen. Spannend ist er allemal – wenn auch leider mit gut 200 Seiten recht kurz geraten. Die aktuelle Taschenbuchausgabe enthält noch eine Anzahl von Kurzgeschichten vom gleichen Autor, die alle aus dem Horror-Genre stammen – teils auch mit humoristischen Ansätzen.


