Sergej Lukianenko: Spektrum
24. Dez 2007 von drwatson32
Science Fiction von Rußlands Bestseller-Autor

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Das könnte uns morgen schon passieren: Die außerirdische Rasse der “Schließer” errichtet auf bewohnten Planeten Portale, mit deren Hilfe man ohne Zeitverlust alle anderen Portale erreichen kann. Als Bezahlung für die Benutzung dieser Portale erwarten sie nur – Geschichten! Nicht jeder vermag es, Geschichten so zu erzählen, dass sie als Bezahlung akzeptiert werden. Außerdem muss jede Geschichte neu sein. Martin Igorjewitsch Dugin kann das offenbar besser als andere. Darum hat er einen Beruf daraus gemacht. Er erledigt Kurierfahrten auf andere Welten, spürt Personen auf, die auf diesem Wege verloren gegangen sind und ist so etwas ähnliches wie ein Privatdetektiv.
Eines Tages sucht ihn ein Mann auf, der seine Tochter vermisst. Diese ist vermutlich durch ein Portal gegangen und nicht zurückgekommen. Obwohl Martin spürt, dass mehr hinter der Sache steckt, nimmt er den Auftrag an und findet auch das Mädchen, welches kurz darauf bei einem bizarren Mordanschlag getötet wird. Wußte sie zuviel? Hatte sie etwas herausgefunden, das von den Schließern geheim gehalten werden soll? Welche Ziele verfolgen die Schließer überhaupt? Als Martin einige Tage später das gleiche Mädchen auf einem anderen Planeten wiederfindet (und zwar quicklebendig), weiß er, dass er diesem Fall auf den Grund gehen muss. Die daraufhin einsetzenden Verwicklungen führen ihn aber nicht nur zu sieben verschiedenen Planeten mit sieben verschiedenen Rätseln, sondern auch zu den grundlegenden Fragen unserer Existenz….
Der Autor der bekannten “Wächter”-Reihe hat hier bewiesen, dass er keine “Eintagsfliege” ist. Spektrum liest sich flüssig und spannend. Die Idee ist ungewöhnlich, und die Umsetzung hebt sich erfrischend von dem Standard-Repertoire anderer ScienceFiction-Autoren ab. Sieben Planeten, sieben universelle Rätsel, sieben Farben des Spektrums… und bis zuletzt rätselt der Leser mit, was eigentlich hinter allem steckt.
Nach jedem Akt gibt es ein Zwischenspiel, dessen Erzählweise das typisch russische Element unterstreicht – und einigen Wert auf die kulinarischen Errungenschaften Rußlands legt. Martin ist nämlich kein Kostverächter, und an seinen Genüssen nehmen wir ausgiebig teil. Eine kleine Schwäche übrigens, welche ihm am Ende sehr helfen wird…
Empfehlenswert!

