Anne Rice: Der Engel der Verdammten
16. Aug 2007 von drwatson32
Mystery-Horror

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Jonathan – dieses Pseudonym verwendet er – ist Archäologe und Historiker. Ermüdet vom akademischen Betrieb und dem politischen Chaos, beschließt er, einige Wintertage in seiner Hütte in den Bergen zuzubringen und an seiner Forschungsarbeit zu schreiben. Als er dort erkrankt, rettet ihn ein – ja was? ein Mann? eine Erscheinung? die sich Asrael nennt.
Asrael erzählt seine erschütternde Geschichte. Im alten Babylon geboren, wurde er als junger Mann in einem unaussprechlichen Ritual geopfert und in eine Art Dämon verwandelt, den “Hüter der Gebeine”. Wer immer seine Gebeine an sich bringt, der ist sein Gebieter, und dessen Aufträge muss er erfüllen. Doch über die Jahrhunderte lässt die Kontrolle über den Dämon nach, und langsam, aber sicher wird er wieder seiner selbst bewusst. Bis er eines Tages im modernen New York auftaucht, ohne gerufen worden zu sein. Dort wird er sogleich Zeuge des Mordes an einer jungen Frau, der Tochter des charismatischen Millionärs und Sektenführers Gregory Belkin.
Während Asrael darum kämpft, Kontrolle über sich selbst und seine Erinnerungen zu erlangen, verfolgt Belkin offenbar einen ungeheuerlichen Plan, für den er auch Asrael gewinnen will. Dieser spürt, dass die Erlösung für ihn noch nicht gekommen ist und er eine große Aufgabe zu erfüllen hat.
Jonathan zeichnet die Geschichte auf. Im nachhinein könnte es sich alles um eine Ausgeburt seiner Fieberträume handeln …
Normalerweise zählt Anne Rice nicht unbedingt zu meinen Lieblingsautoren (“Die Mumie” z.B. habe ich dreimal nach den ersten paar Seiten weggelegt – und das passiert mir nicht oft!). Dieses Buch habe ich in einer schwachen Stunde dann doch gelesen. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich vielleicht 5 Punkte vergeben. Die Story ist spannend erzählt, die Schilderung recht eindringlich. Durch die Andeutungen auf die Verschwörung am Anfang des Buches und die danach folgenden Rückblicke in die Vergangenheit Asraels entsteht ein Spannungsbogen, der viel vom “Puzzle-Effekt” lebt. Nach und nach erschließt sich das Ausmaß der Pläne des Bösewichts, von denen man zuerst nur ahnt. Auf der anderen Seite bleibt mir vieles zu bruchstückhaft, viele Aspekte des Werdegangs von Asrael sind nur angerissen und die handelnden Personen sind äußerst klischeehaft…
Fazit: lesbar, aber nach meiner Meinung keine Perle.


