Buchtipp: Dan Simmons: Das Ende von Hyperion
4. Nov 2007 von drwatson32
Space Opera, Fortsetzung und Abschluß von “Hyperion”

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Am Ende des ersten Bandes haben wir erfahren, dass der Cybrid Johnny eine Rekonstruktion des Dichters John Keats war. TechnoCore, die Zivilisation der KI, hat ihn aus noch ungeklärten Gründen geschaffen. TechnoCore ist in drei Parteien zerfallen, die unterschiedliche Ziele verfolgen: die Beständingen wollen eine Koexistenz mit der Menschheit, die Unbeständigen wollen die Menschen ausrotten, und die Ultimaten verfolgen einzig und allein das Ziel, die “Höchste Intelligenz”, die HI, zu erschaffen. Bei der HI scheint es sich um eine Repräsentation Gottes zu handeln. Doch wie würde eine Maschinen-Gottheit zu den Menschen stehen?
Nun kommt der Kampf um Hyperion zum Ausbruch. Die Ousters haben ihre Flotte um Hyperion zusammengezogen, und die Hegemonie hat ein Farcaster-Portal dort installiert, um ihre eigenen Streitkräfte vor Ort zu positionieren. Da trifft die Nachricht ein, dass weitere Welten von überraschend auftauchenden Flotten angegriffen werden. Ratgeber Albedo, der Repräsentant von TechnoCore, bietet seine Unterstützung an – in Form einer ultimativen Waffe, welche alle menschlichen Lebewesen vernichten würde. Um sie vor den Auswirkungen der Waffe zu schützen, müssten aber alle Bürger der Hegemonie in die unterirdischen Gänge der Labyrinth-Welten teleportiert werden. Wir erinnern uns: im Labyrinth Hyperions hatte Pater Dure die “Kruziform” entdeckt …
Während im ersten Buch “Hyperion” die Erzählperspektive sowohl von der Person als auch vom zeitlichen Verlauf her ständig wechselt, wird der zweite Band chronologisch linear präsentiert. Erzähler ist in erster Linie Joseph Severn (Keats-Kenner aufgepasst!), der in Wirklichkeit eine weitere Cybrid-Inkarnation von John Keats ist. Die Geschehnisse im Umfeld der Hegemonie-Präsidentin Meina Gladstone erlebt er direkt, während die Erlebnisse der Pilger zum Shrike in seinen Träumen vorkommen – irgendwie ist er mit ihnen verbunden. Das Erzähltempo ist ungeheuer, die Ideen fulminant, und alle, wirklich alle Rätsel der Geschichte finden am Ende ihre Auflösung….
Wie schon geschrieben, gehört “Hyperion seit 15 Jahren zu meinen Lieblingsbüchern. Am Ende zu lesen, wo sich der TechnoCore verbirgt – davon bekomme ich immer noch Gänsehaut ….

