Buchtipp: Matt Ruff: Ich und die anderen
23. Jun 2007 von drwatson32
Bücher über das Phänomen der multiplen Persönlichkeiten sind schwer verdaulich, sterbenslangweilig und drücken nur auf die Tränendrüse? Hatte ich auch gedacht. Bis ich dieses hier gelesen habe.

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Andrew Gage ist sozusagen der Haushaltsvorstand einer “multiplen Wohngemeinschaft”, die sich einen gemeinsamen Körper teilen muss. Das ist manchmal nicht ganz einfach – der fünfjährige Jake will zum Frühstück Honigpops, Tante Sam mag Kräutertee und Seferis gesalzene Radieschen. Trotzdem und mit ein wenig Verständnis von seiten der Vermieterin und der Chefin haben sie es sich nicht schlecht eingerichtet.
Bis Andrew seine neue Arbeitskollegin Penny Driver kennenlernt. Denn sie ist ebenfalls multipel – aber sie weiss es noch nicht. Immer wenn eine andere Persönlichkeit an die Oberfläche tritt, kommt es zu einem Blackout. Andrew versucht ihr zu helfen, aber die Situation eskaliert schnell. Seine Hausgemeinschaft kommt aus dem Tritt, und sie muss sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen …
Das Thema der multiplen Persönlichkeiten ist dramatisch und erschreckend und eignet sich nicht für eine Freizeit-Unterhaltung – sollte man meinen. Aber Matt Ruff, dem Kultautor der Bücher “Fool on the Hill” und “G.A.S.” gelingt es tatsächlich, einen amüsanten und spannenden Roman daraus zu machen. Die Lebensweise der Wohngemeinschaft, die sich nicht nur ein Haus, sondern auch einen Körper teilen muss, ist wunderbar beschrieben. Trotzdem werden auch die schrecklichen Hintergründe dieser Störung nicht ausgespart. Das Resultat ist uneingeschränkt empfehlenswert – und zwar nicht nur für Sozialarbeiter und Psychologiestudenten…! (man verzeihe mir diese Bemerkung)



[...] Hill” schon so, dass manche Personen eine andere Realität erlebten als andere. Und in “Ich und die anderen” verfolgt man das Geschehen aus der verstörenden Sichtweise der Hauptperson – mit multipler [...]
[...] und Schicksale interessiert, der sollte einmal einen Blick in Matt Ruffs “Ich und die Anderen” werfen. Sehr engagiert und gar nicht melodramatisch oder gar weinerlich nähert sich der [...]
[...] Leserschwert Maigret Dr. Watsons Buchkritik Literaturforum Kommentar [...]