Buchtipp: Robert Louis Stevenson: Die Schatzinsel
10. Dez 2007 von drwatson32
Das beste Piraten-Abenteuer überhaupt

Dieses Produkt bei
Amazon.de ansehen
Muss man zu diesem Buch überhaupt noch etwas schreiben? Ich denke schon. Denn gerade die Begründer eines Genre gehen gerne in der Masse der Nachahmer verloren. Und “Die Schatzinsel” bleibt immer noch der Inbegriff der Piraten-Geschichte.
Jim Hawkins ist ein Junge von etwa 12 Jahren, in dessen elterlicher Wirtschaft sich ein unheimlicher Geselle einmietet – offenbar ein gealterter Seemann namens Bones. Dieser gibt Jim den Auftrag “Ausschau zu halten nach einem seefahrenden Mann mit einem Bein”. Als dann tatsächlich andere Seeleute auftauchen, wird klar, um was für Leute es sich handelt: es ist die Bande des berüchtigten Piratenkapitäns Flint. Bones erliegt einem Schlaganfall (oder vielmehr dem Rum), und Jim schafft es gerade noch, einige Dokumente aus der Seekiste in Sicherheit zu bringen, bevor die Seeräuber die Wirtschaft verwüsten. Schnell stellt sich heraus, was er da in der Hand hält: nichts weniger als den Lageplan der Insel, auf der der alte Flint seine gesammelte Beute versteckt hat. Die örtlichen Honoratioren Dr. Livesey und Squire Trelawney beschließen, Jim unter ihre Fittiche zu nehmen und eine Expedition zu der Insel auszurüsten. Als Koch nehmen sie einen sympathischen Alten an Bord der “Hispaniola”, der schon früher viel zur See gefahren ist und dabei ein Bein verloren hat: John Silver. Ich verrate sicherlich kein Geheimnis: der lange John ist der Anführer der ganzen Bande und schafft es, seine Leute an Bord einzuschleusen….
Stevenson, der Autor vieler anderer bekannter Romane (“Die Entführung”, “Dr. Jekyll und Mr.Hyde”) hat die Idee zu diesem Abenteuerbuch 1883 zusammen mit einem Schuljungen entwickelt. Es ist sicherlich sein bekanntester Roman. Die Piraten-Lieder “Yo-ho-hoooo – und ‘ne Buddel Rum!” kennt sicherlich jeder. Aber das Glanzstück ist auf jeden Fall der lange John Silver. Auf der einen Seite sympathisch und zuvorkommend, und im nächsten Augenblick eiskalt und brutal – dabei immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht – dieser Schurke ist einfach Weltklasse. Dass auch große Jungs (und Mädels!) noch Spass an Piratengeschichten haben, weiß man spätestens seit dem “Fluch der Karibik”. Aber wer “die Schatzinsel” nicht gelesen hat, weiß nicht, was Piraten sind.
Für Kinder und Jugendliche zu empfehlen ab ca. 10-12 Jahren, je nach Leseerfahrung. Stellenweise wird es schon ganz schön gruselig….


Leider findet man in den Buchläden (auch Amazon) keine vernünftige Übersetzungen mehr. Meist sind sie gekürzt um als Kinderbuch durchzugehen.
Wer mir einen Tip geben kann wo ich eine gute Übersetzung herbekomme kann mir gerne schreiben.
Würde mich freuen.
Gruß aus Mannheim
Andreas
Hallo,
sicher bin ich natürlich auch nicht.. aber auf die Schnelle:
Tauschticket
Dabei handelt es sich um eine ältere Ausgabe von 1960, also vielleicht noch nicht von der “politischen Korrektheit” befallen. Andererseits… “Verlag Neues Leben Berlin”… wer weiß, was die damals mit dem Buch angestellt haben…
Nochmal andererseits: Tauschticket kostet nix – außer der Bereitschaft, ein eigenes altes Buch kostenfrei abzugeben. Lohnt sich also vielleicht doch.