Dorothy L. Sayers: Der Glocken Schlag
26. Aug 2007 von drwatson32
Englischer Krimi-Klassiker

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An einem ungemütlichen Silvesterabend passiert es: Lord Peter Wimsey setzt seinen Wagen in den Straßengraben. Zum Glück findet sich der freundliche Dorfpfarrer von Fenchurch St.Paul, der ihn und seinen Diener Bunter für den Abend aufnimmt. Lord Peter seinerseits zeigt sich erkenntlich, indem er als Glöckner bei dem geplanten Neujahrs-Wechselläuten für einen erkrankten Einheimischen einspringt.
Einige Monate später wird er in das beschauliche Dörfchen zurückgerufen. Bei der Beerdigung von Sir Henry Thorpe wird nämlich auf dem Friedhof die verscharrte Leiche eines Fremden gefunden, und der Zeitpunkt seines Todes fällt etwa mit seinem dortigen Aufenthalt zusammen. Lord Peters kriminalistisches Talent ist gefordert. Hat der Mord – denn danach sieht es aus – etwa seinen Hintergrund in dem aufsehenerregenden Diebstahl der Wilbraham-Smaragde vor einigen Jahren? Und wie ist der Unbekannte überhaupt ums Leben gekommen? Denn die Verletzungen sind ihm alle erst nach dem Tod zugefügt worden, offenbar, um ihn unkenntlich zu machen. Jede Antwort, die Lord Peter und das Auge des Gesetzes in Person von Polizeidirektor Blundell finden, wirft nur neue Fragen auf….
Dorothy L. Sayers ist eine der “großen alten Damen” des englischen Krimis. Lord Peter, der aristokratische Detektiv, ist ihre zentrale Figur. Der vorliegende Roman schildert in guter Tradition die englische Gesellschaft; hier sind es die Dörfer in den Marschen und ihre trostlose Landschaft, welche den Hintergrund des Kriminalfalles bilden. Etwas beschaulich geht es schon zu in dieser Geschichte, und wer mit der englischen Tradition des Wechselläutens nicht vertraut ist, hat einiges zu verdauen… aber (zumindest in der mir vorliegenden Ausgabe) die Anhänge lindern das schlimmste Unwissen ein wenig. Der Roman ist sehr von der christlichen Thematik von Schuld und Sühne und den dazugehörigen Symbolismen geprägt und nach meinem Geschmack nicht der stärkste Roman der Lord-Peter-Wimsey-Reihe. Trotzdem machen die eindringlichen Beschreibungen der dörflichen Gesellschaft Spaß, und die Kriminalgeschichte selbst führt einen ein- ums andere Mal aufs Glatteis, bis sich am Ende klärt, wer den tödlichen Schlag führte…

