Frank Schätzing: Nachrichten aus einem unbekannten Universum
25. Nov 2007 von drwatson32
Eine Zeitreise durch die Meere

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Der Autor des Bestsellers “Der Schwarm” hat hier seine vielfältigen Kenntnisse und Recherchen über das Leben in den Ozeanen in ein Sachbuch umgesetzt. Naturgemäß handelt es sich dabei nicht um einen Roman und auch nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern um ein – im besten Sinne des Wortes – populärwissenschaftliches Buch. Es ist auch kein “Begleitartikel” zu dem besagten Science-Thriller, sondern vielmehr ein Versuch, das nebenbei gesammelte Hintergrundwissen in mundgerechter Form aufzubereiten. Und das ist auch voll und ganz gelungen. Schätzing, dessen flotter Schreibstil auch schon andere Romane zum Erfolg gemacht hat (siehe z.B. “Lautlos” ), schafft es auch hier wieder, den Leser zu fesseln. Kein trockener wissenschaftlicher Bericht also; die flotten Formulierungen und die Erzählweise lassen keine Langeweile aufkommen. Im besten Stil einer Natur-Reportage erzählt Schätzing kleine Geschichten, bringt viele Informationen aus verwandten Fachgebieten und bezieht den Leser immer wieder mit in das Geschehen ein. Die Spannweite reicht von der Entstehung des Lebens in der Urzeit bis hin zu Szenarien der Zukunft.
Ja aber, höre ich die Verfechter einer streng wissenschaftlich orientierten Literatur sagen, das Buch hat ja keine Systematik, es werden nicht nur gesicherte Erkenntnisse präsentiert, und eigentlich sollte man solche Themen denen überlassen, die die entsprechende akademische Bildung haben.
Nein. Das Ziel des Buches ist es ja auch nicht, als Nachschlagewerk für die nächste Bio-Klausur zu dienen. Es soll in erster Linie unterhalten. Und das tut es ganz hervorragend. Mit der Darstellung der Erkenntnisse befindet Schätzing sich durchaus auf der Höhe der Zeit, und wenn es um ungesicherte Ergebnisse geht, dann weist er deutlich genug darauf hin. Selten genug findet man eine solche Betonung des “gesunden Menschenverstandes”, wenn es an die problematischen Themen geht wie z.B. Überfischung und Klimawandel. Keine Angst, das ist nicht “noch ein Horror-Szenario eines radikalen Umweltschützers”. OK, manchmal waren mit die Formulierungen etwas zu flapsig, und manche Szenen wirken, als hätte man sie schon mal im Film gesehen. Unterhaltsam war’s aber allemal.
Wer gerne z.B. die BBC-Reihe “Unser blauer Planet” verfolgt hat, der findet hier ein Buch, das mit diesen Filmen auf Augenhöhe steht.
PS: gibt’s auch als Hörbuch …


