Matt Ruff: Bad Monkeys
28. Nov 2008 von drwatson32
Skurriler Krimi

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Jane Charlotte sitzt in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses in Las Vegas. Zunächst ist unklar, was man ihr vorwirft – erst die Gespräche mit dem Psychologen bringen nach und nach die ganze Geschichte an den Tag. Sie behauptet, Mitglied einer “Organisation” zu sein, welche die Welt von bösen Menschen befreien will, genauer der Abteilung “zur finalen Ausschaltung nicht zu rettender Personen”. Begonnen hat sie damit schon zu Schulzeiten, als sie einen mutmaßlichen Kinderschänder überführen wollte. Allerdings ist ihre NT-Waffe (steht für “natürliche Todesursachen”) nach der Tat verschwunden und auch sonst hat nie jemand die anderen Mitglieder der “Organisation” gesehen… Und was geschah wirklich mit Phil, ihrem kleinen Bruder…?
In den von ihr erzählten Rückblicken puzzelt der Leser sich ihre bewegte Lebensgeschichte zusammen. Und nichts ist hier so wie es scheint. Lügen, Drogenträume, gezielte Täuschungsversuche – und was wäre, wenn Jane etwa recht hat?!?
Matt Ruffs Bücher haben als Eigenart, dass sie das Verhältnis des Lesers zur Realität auf den Kopf stellen. Es war bei seinem wunderbaren Debüt-Werk “Fool on the Hill” schon so, dass manche Personen eine andere Realität erlebten als andere. Und in “Ich und die anderen” verfolgt man das Geschehen aus der verstörenden Sichtweise der Hauptperson – mit multipler Persönlichkeitsstörung.
Ähnlich ist es auch hier. Das Buch ist größtenteils in der ersten Person geschrieben, so dass man als Leser geneigt ist, zunächst alles für bare Münze zu nehmen. Aber bald wird klar, dass man angeschwindelt wird – oder dass alles noch ganz anders zusammenhängt als man sich denken kann. Bloß, wer schwindelt hier? Und warum? Nicht alles löst sich wirklich zum Schluss auf. Aber wer zwischen den Zeilen dieses aberwitzigen Romans lesen kann, stellt hinterher fest, dass sich hinter der ganzen verrückten Angelegenheit eine schreckliche menschliche Tragödie verbirgt… Ganz ohne unnötige Melodramatik und mit ungeheurem Tempo schraubt sich die Story ihrem unvermeidlichen Ende entgegen – und dann kommt doch alles anders, als man es sich gedacht hat.
Lesenswert!

