Metin Tolan / Joachim Stolze: Geschüttelt, nicht gerührt
20. Jan 2009 von drwatson32
James Bond und die Physik

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Wie schafft man es, einen Aston Martin DBS so aus der Kurve fliegen zu lassen, dass er sich dabei siebenmal überschlägt (Casino Royale)?
Ist es tatsächlich möglich, einen zuvor aus dem Flugzeug abgesprungenen Schurken in der Luft einzuholen und ihm den Fallschirm abzunehmen (Moonraker)?
Worauf basiert das “Atomgerät”, mit dem Auric Goldfinger die Goldreserven der Vereinigten Staaten verseuchen wollte? Stirbt man tatsächlich, wenn die ganze Körperoberfläche mit Gold überzogen wird (Goldfinger)?
Und nicht zuletzt: Warum sollte ein wirklich guter Martini geschüttelt und nicht gerührt werden?
Bei den meisten der viel belächelten – aber immer wieder gern gesehenen – Spezialeffekte in den Filmen um den besten Geheimagenten Ihrer Majestät fragt man sich nicht einmal mehr “Geht das überhaupt”, sondern nur noch “Wie haben die das gefilmt?”. Umso erstaunlicher ist der Anteil der Effekte, die zumindest ansatzweise physikalisch tatsächlich möglich sind. Die beiden Physik-Professoren – und offensichtlichen Bond-Fans – Tolan und Stolze haben im Laufe einer Seminar-Reihe an der Universität Dortmund die physikalische Wirklichkeit hinter den Tricks der Agenten betrachtet.
Die Studenten haben dabei aus etlichen Filmen die bekanntesten und/oder spektakulärsten Szenen herausgesucht und versucht zu klären, ob die behaupteten Vorgänge tatsächlich möglich sind. Ein wenig Augenzwinkern spielt natürlich immer eine Rolle dabei. Jeder Trick oder “special effect” ist in einem eigenen Kapitel beschrieben. Eine kurze Erinnerung an die Filmszene, dann folgt eine (praktisch formelfreie) Erläuterung der möglichen physikalischen Hintergründe. Und für “Besserwisser” gibt es schließlich eine detailliertere Ausführung, in der die Effekte formelmäßig unterlegt werden. Man merkt, dass nicht nur die Professoren, sondern auch die Studenten viel Spaß an der Sache hatten. Trotzdem sollte man sich die Kapitel, wie halt die Filme auch, besser in Einzeldosierung zu Gemüte führen – nach dem dritten Bond-Effekt in Folge lässt die Aufmerksamkeit etwas nach. Aber, wie man sieht, kann Physik auch Spaß machen.



Sehr witzig übrigens Metin Tolans Blog “Querkraft” zum Thema “Physik der Fußball-Bundesliga”