Roman Rausch: Tiepolos Fehler
22. Apr 2008 von drwatson32
Krimi, gut geeignet als Tatort-Vorlage

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Kriminalkommissar Kilian sitzt in der Patsche: Der Frauenheld hat gerade einen wichtigen Einsatz für Europol versiebt. Bis die Wogen sich wieder geglättet haben, wird er ausgerechnet nach Würzburg strafversetzt. Dabei hat er alles daran gesetzt, aus dieser seiner Geburtsstadt fortzukommen…
In Würzburg laufen die Vorbereitungen für das Mozart-Fest auf Hochtouren. Das größte Deckenfresko der Welt, Tiepolos Deckenmalerei in der Residenz, wird restauriert. Da kommt der Mord an einem Wachmann eindeutig zum falschen Zeitpunkt. Kilian wird mit Heinlein, einem ortsansässigen Kollegen, für den Fall abgestellt. Und obwohl sich die beiden alles andere als grün sind, bleibt ihnen nicht übrig, als das Beste aus dieser ungewollten Partnerschaft zu machen. Kilian findet aber bald Ablenkung in Gestalt der Restauratorin Giovanna Pellegrini. Doch bis sich die Sache aufklärt, geschehen noch haarsträubende Dinge – davon ist der Fall der Denkmalschändung an den bayerischen Löwen auf der Löwenbrücke noch der harmloseste…
Rausch hat hier einen Krimi vorgelegt, der prima als Tatort-Vorlage durchgehen würde. Alle Zutaten sind da: kauzige Kommissare, trottelige Ermittler, viel Lokalkolorit und eine gute Prise Humor. Der ewige Streit zwischen den Franken und den Bayern bekommt zusätzliche Würze durch die Gestalt des bayerischen Polizeidirektors Oberhammer. Die beiden Hauptdarsteller sind sehr gegensätzliche Figuren: der bodenständige Heinlein, der ewige “Loser”, trifft auf den Möchtegern-Agenten und Frauenhelden Kilian. Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden und der ständige Zoff mit dem Chef macht den größten Teil der Story aus. Die Kriminalgeschichte selbst ist da eher unspektakulär – solide, aber nicht umwerfend.
Nette Abwechslung für zwischendurch.

