Werner Schmitz: Auf Teufel komm raus
25. Dez 2008 von drwatson32
Ruhrgebiets-Krimi

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Hannes Schreiber, seines Zeichens Schreiberling beim Bochumer Stadtmagazin MALIBU sowie ehemaliger städtischer Angestellter, hat ein Thema für seine nächste Story. Bei einem Info-Abend über Sekten und Teufelsanbeter findet er den “Aufhänger”, den ungeklärten Tod eines Sektenmitglieds. Hannes Schreiber beginnt zu recherchieren. “Zwischen Wattenscheiß und Frittendorf” tummeln sich Satanisten, Esoteriker, aber auch schrullige Beamte und chaotische Journalisten, von den lokalen Unterweltgrößen ganz zu schweigen. Und als Hannes den Fall – eher unbeabsichtigt – aufgeklärt hat, da wünscht er sich, er hätte damit gar nicht erst angefangen.
Das Buch ist mir vor kurzen – gut eingestaubt – aus dem hinteren Fach meines Bücherschranks entgegengefallen. Veröffentlicht 1987, nimmt er die damals – aber heute auch noch – recht aktive Esoterik-Szene (heute würde man “New Age” oder so was sagen) aufs Korn. Die Esoteriker kommen in allen Spielarten vor: von den “Gruftis” über BlackMetal-Fans, durchgeknallte Neureiche, moderne Hexen, Abzocker, die esoterische Seminare in der Toskana veranstalten, bis hin zu den – aber das verrate ich hier lieber nicht.
Eine Menge Charme gewinnt das Buch aus seinem gekonnt eingefangenen Lokalkolorit. Das Bochum “tief im Westen” bietet mindestens genausoviel Kulisse wie das L.A. aus den Romanen von Chandler. Zugegeben, wer sich an die Zeit der späten 80er nicht mehr so recht erinnert, an dem gehen viele humorige Details vorbei… Herberts “Bochum” und “Currywurst” ist nur eins davon. Trotzdem auch heute noch nett.


